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Geschichtlicher Rückblick

 

Der Name Bergatreute lässt sich auf eine sehr frühe Besiedlung dieses Raumes schließen (ca. 500 – 800 n. Chr.). Der Ortsname geht wohl auf den im frühen Mittelalter beliebten Personennamen "Berengar" zurück. Ein Alemanne oder Familienverband mit diesem Namen, wohl  aus dem Schussental kommend, hat hier im Altdorfer Wald eine Siedlung in einer  "Rodung" ("-reute") gegründet.

 

Im Mittelalter unterstand Bergatreute der Landesherrschaft der Welfen und der Staufer. Dabei bestanden sehr enge Verbindungen zum Kloster Weingarten, welches hier als Grundherr wesentlichen Einfluss geltend machte. Seit 1143 hat Bergatreute eine Pfarrkirche (damals Berngartruti). Ab 1268 war Bergatreute der Reichslandvogtei Schwaben zugehörig, wurde 1486 vorderösterreichisch, und hatte einen eigenen Verwaltungssitz. Landeshauptstadt für Bergatreute war seinerzeit Innsbruck. Der Landesherr war der Kaiser in Wien. 1806 kam Bergatreute zum neugebildeten Königreich Württemberg und wurde dem Oberamt Waldsee zugeteilt. Seit 1938 gehört Bergatreute zum Landkreis Ravensburg.

 

Seine Bedeutung hatte Bergatreute in der Vergangenheit insbesondere durch eine jetzt über 300 Jahre alte Wallfahrt zu einem Mariengnadenbild in der Pfarrkirche. Diese Wallfahrtskirche ist das Wahrzeichen von Bergatreute und prägt das Ortsbild mit seinem Umfeld entscheidend mit. Die Marienwallfahrt wird alle Jahre am 2. Juli gefeiert.

Entwicklung nach dem Krieg


Nach dem 2. Weltkrieg hat Bergatreute eine nicht unerhebliche Entwicklung mitgemacht. Durch das Schaffen wichtiger Struktureinrichtungen wurde es ein beliebter Wohnort. Am
Ort bestehen inzwischen 2 Kindergärten: der katholische Kindergarten
"Mariä Heimsuchung" und der seit 1999 eingerichtete Kindergarten "Wunderland".

Darüber hinaus verfügt Bergatreute über eine Gemeinschaftsschule, regelmäßige Volkshochschulkurse und ein reges Vereinsangebot. Die große Gemeindehalle ist als Mehrzweckhalle ausgestattet, die für vielfältige Aktivitäten zur Verfügung steht. Dort angegliedert ist auch eine Außensportanlage mit einer 110 m Kunststoffbahn, einem Kleinspielfeld und Sprungeinrichtungen.

Für die Kinder und Jugendlichen richtete die Gemeinde Mitte 2000 eine Skateranlage beim Sportplatz ein, für die zahlreiche Eltern und Geschäftsleute Spenden gesammelt haben. Für den Fußballsport steht an der Waldgasse ein Hauptspielfeld und ein Übungsspielfeld mit Flutlicht und Beregnungsanlage zur Verfügung.


Mit viel Eigenleistung des Sportvereins wurde mit Unterstützung der Gemeinde ein schönes und zweckmäßiges Vereinsheim erstellt. Gleiches gilt für das Schützenhaus der Soldatenkameradschaft. Zur Ergänzung des sportlichen Angebotes wurde der Tennisclub 99 e.V. gegründet, welcher im Frühjahr 2000 seine Plätze beim Bierkeller eröffnet hat. Dort ist ebenfalls ein Vereinsheim angegliedert. In unmittelbarer Nähe zu den Tennisplätzen ist die Freizeitanlage Bierkeller errichtet worden, wo ein Bolzplatz, einige Spielgeräte und ein Grillplatz entstanden sind. Zwei private Reitanlagen mit Pensionspferdehaltung und Reithalle befinden sich in der Gemeinde. Am Bonisberg in Richtung Furt liegt der Reitplatz des Reitclubs Bergatreute e.V.

Die ausgewogene Struktur der Gemeinde, die landschaftliche Attraktivität mit der Nähe des Altdorfer Waldes und dem Wolfegger Achtal mit seinem Naturschutzgebiet, hat zu einem starken Bevölkerungszuwachs geführt. Dies hatte in den vergangenen 20 Jahren zu einer Veränderung in der Bevölkerungsstruktur hin zur Wohngemeinde geführt. Trotzdem konnte sich Bergatreute sein traditionsreiches Eigenleben vollständig bewahren. Viele Neubürger nehmen die vielfältigen Vereinsangebote gerne in Anspruch.

Mit über 30 Vereinigungen ist die Grundlage dafür gegeben, dass vielfältige Angebote im Bereich des Sports, der Kultur und der Unterhaltung bestehen. Verbunden sind damit auch zahlreiche Festivitäten, für die Bergatreute weithin bekannt ist. Die Arbeitsplatzstruktur der Gemeinde ist teils im Umbruch. Derzeit müssen viele Bürger als Pendler ins Schussental oder in Richtung Bad Waldsee und Bad Wurzach fahren um ihre Arbeit aufnehmen zu können.

 

Am Ort sind Arbeitsplätze im Bereich von Dienstleistungen, Handel, Handwerk und Landwirtschaft vorhanden. Leistungsfähige Industriebetriebe fehlten lange. Deshalb wurde nach jahrelangen planerischen Vorarbeiten und Grunderwerbsverhandlungen 1999 das Gewerbegebiet "Auäcker" an der Witschwender Straße erschlossen.

 

Die Tendenz der letzten Jahre zur Wohngemeinde ist unübersehbar und hat sich durch neue, attraktive Wohngebiete spürbar verstärkt. Die großen landwirtschaftlichen Betriebe liegen nicht mehr im zentralen Ort, sondern sind ausgesiedelt oder bestehen in den außenliegenden Weilern.

 

Brauchtum in Bergatreute

Das Leben in einem typisch oberschwäbischen Dorf ist seit jeher mit von der vorwiegend katholischen Tradition geprägt. Über 78% der Bevölkerung ist römisch-katholisch, rund 11% evangelisch. Unter 0,5% gehören anderen Konfessionen an. Die übrigen 10,5% sind keiner öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaft zugehörig.

 

Bergatreute ist ein katholischer Wallfahrtsort mit über 300-jähriger Tradition. Die Pfarrei
ist bereits vor 900 Jahren erstmals erwähnt. Die katholische Pfarrkirche St. Philippus
und Jakobus prägt das Ortsbild mit dem barocken Zwiebelturm seit 1697. Das Wallfahrtsbild „Maria vom Blut“ ist ein großer Anziehungspunkt für Wallfahrer. Der Höhepunkt der marianischen Verehrung ist das jährlich am 2. Juli stattfindende Wallfahrtsfest Mariä Heimsuchung.. Die sehenswerte, barocke Innenausstattung der Kirche lässt auf die seit 300 Jahren andauernde Anziehungskraft schließen, die die Gläubigen immer wieder zur Ausschmückung des sakralen Raums „zu Ehre Gottes und der Gottesmutter Maria“ ermutigt hat.

 

Die evangelische Pfarrgemeinde in Wolfegg-Alttann, zu der die evangelischen Christen in Bergatreute gehören, besteht bereits seit 1869. Aus weitem Umkreis sammeln sich
hier die Gläubigen aus verschiedenen bürgerlichen Gemeinden. Die evangelische Kirche Alttann-Höll konnte im Jahr 2000 das 75-jährige Jubiläum des Kirchenbaus feiern; seit 1949 besteht auch ein Gemeindehaus.

 

Das Wappen der Gemeinde



Die Entstehung des Wappens von Bergatreute lässt sich nicht bis in seine Anfänge zurückverfolgen. Bekannt ist nur, dass es bereits seit mehreren hundert Jahren besteht. In seiner ursprünglichen Form enthielt es fünf gelbe (goldene) Ähren auf einem grünen Hügel mit blauem Hintergrund. 1938/39 wurde das Wappen verändert und zeigt seither im blauen Schild drei emporwachsende goldene Ähren auf einem heraldischen Dreiberg.

 

Die Farben gold-grün bedeuten übergroße Freude. Die Farbe blau steht für Treue, Beständigkeit und Demut. Das Zeichen des Dreiberg lässt auf Anhänglichkeit an die Heimaterde schließen, ruft aber auch zur Hochachtung des landwirtschaftlichen Fleißes auf. Die Ähren kennzeichnen die Ernte der aufgegangenen Saat, ehrenvolle Früchte glücklicher Unternehmungen der Wappenträger, sowie Acker- und Feldbau und den darauf kommenden Wohlstand. Sie sind auch Zeichen des Friedens, denn die Kunst der Alten stellte diesen mit einem Kranz von Rosen, Kornähren und Ölzweigen dar. Aus dem Gemeindewappen ergaben sich auch die Ortsfarben Gelb-Blau (Gold-Blau).


In Bergatreute "lebt" Kultur unter anderem in einem regen Gemeinschaftsleben.

 

Dass dies auch schon in der Vergangenheit so war,  bezeugt z.B. die über 300-jährige Geschichte des jährlichen Wallfahrtsfestes und die zahlreichen, zum Teil seit Anfang des Jahrhunderts nachweisbaren Vereine und viele Festlichkeiten. Die Einwohner der Gemeinde wissen, dass Sie in einem schönen und liebenswerten Dorf leben und pflegen daher die Landschaft, ihre Bauwerke und Kleindenkmale.

 

Mit dem starken Bevölkerungszuwachs seit den 80er Jahren hat sich das gesellschaftliche Angebot in allen Bereichen stark vergrößert. Inzwischen sind rund 30 Vereine eingetragen, begleitet vom Angebot zahlreicher freier Gruppierungen. Das Angebot reicht von verschiedenen Sportarten bis hin zu Fasnet, Musik und Theater. Immer wieder bilden sich auch neue Gruppierungen, die die vielseitigen Struktureinrichtungen der Gemeinde nutzen.